Ratgeber · Stand 2026

Leckageortung – Kosten, Verfahren und Ablauf

Bei einem versteckten Wasserleck zählt jede Stunde. Dieser Ratgeber erklärt, welche Ortungsverfahren es gibt, wie eine professionelle Leckageortung abläuft, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wann die Versicherung zahlt.

Was ist Leckageortung?

Bei der Leckageortung wird die Ursache eines Wasseraustritts gezielt und möglichst zerstörungsfrei lokalisiert, bevor Wände, Estrich oder Böden aufwendig geöffnet werden. Ziel ist es, den exakten Punkt der undichten Stelle zu bestimmen – etwa an einer Frisch- oder Heizungsleitung, an Abwasserrohren oder in der Abdichtung.

Typische Anlässe sind ein feuchter Fleck an Wand oder Decke ohne erkennbare Ursache, eine Wasseruhr, die sich trotz geschlossener Entnahmestellen weiterdreht, unerklärlich hoher Wasserverbrauch, ein sinkender Heizungsdruck oder muffiger Geruch im Estrich. In all diesen Fällen spart eine professionelle Ortung Zeit, Geld und unnötige Bauschäden.

Verfahren und Messtechnik

Wärmebildkamera / Thermografie

Mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera lassen sich Temperaturunterschiede sichtbar machen – ideal zum Aufspüren von Warmwasser- und Heizungsleckagen, die den Estrich örtlich aufheizen. Die Thermografie ist schnell und flächig, stößt jedoch an Grenzen bei rein kalten Leitungen oder gut gedämmten Aufbauten.

Feuchtemessung (elektrisch & CM)

Elektrische Widerstands- und Kapazitätsmessungen zeigen Feuchte in Wand und Estrich flächendeckend an. Für eine belastbare, versicherungstaugliche Aussage kommt zusätzlich die CM-Messung (Calciumcarbid) zum Einsatz – sie liefert einen exakten Prozentwert der Baufeuchte und ist der Standard vor und nach der Trocknung.

Ultraschall / Korrelation

An unter Druck stehenden Leitungen erzeugt austretendes Wasser charakteristische Geräusche. Mit hochsensiblen Körperschall- und Korrelationsgeräten wird das Leck akustisch entlang der Rohrleitung eingegrenzt – oft auf wenige Zentimeter genau.

Tracergas & Endoskopie

Bei drucklosen Leitungen (z. B. Abwasser) oder komplexen Fußbodenaufbauten wird ein ungiftiges Prüfgas (meist Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch) eingespeist und mit einem Sensor an der Oberfläche verfolgt. Ergänzend liefern flexible Endoskope Bilder aus Hohlräumen, Schächten und Rohren – so wird die Öffnung punktgenau geplant.

Ablauf einer professionellen Leckageortung

  • Vorgespräch & Sichtung: Schadensbild aufnehmen, Grundriss und Leitungsverlauf sichten, Versicherungsdaten klären.
  • Verfahrenswahl: Je nach Leitungstyp und Zugänglichkeit werden Thermografie, Feuchtemessung, Ultraschall, Tracergas oder Endoskopie kombiniert.
  • Ortung vor Ort: Systematische Messung mit lückenlosem Protokoll und Foto-Dokumentation der undichten Stelle.
  • Punktgenaue Freilegung, Reparatur und Nachkontrolle – anschließend nahtloser Übergang in Trocknung und Sanierung.

Kosten – womit ist zu rechnen?

Eine professionelle Leckageortung bewegt sich in der Regel zwischen rund 350 und 900 EUR, je nach eingesetzten Verfahren und Aufwand. Einfache Thermografie- oder Feuchtemessungen sind günstiger, während Kombinationen aus Tracergas, Endoskopie und Ultraschallortung im oberen Preissegment liegen.

Den Preis beeinflussen vor allem: Anzahl und Art der Verfahren, Zugänglichkeit der Leitungen, Größe des betroffenen Bereichs, Aufwand für Dokumentation sowie mögliche Notdienstzuschläge außerhalb der regulären Arbeitszeit.

Zahlt die Versicherung die Leckageortung?

Im Regelfall übernimmt die Wohngebäude- bzw. Hausratversicherung die Ortungskosten als Teil des Leitungswasserschadens – Voraussetzung ist ein versicherter Schaden an einer bestimmungsgemäß wasserführenden Anlage. Bei Mietwohnungen läuft die Kostenübernahme in der Regel über die Gebäudeversicherung des Vermieters.

Wichtig ist eine saubere Dokumentation: Messprotokolle, Fotos vor und nach der Ortung sowie eine nachvollziehbare Rechnung. Ohne diese Nachweise kann eine Erstattung strittig werden. Wir arbeiten grundsätzlich versicherungstauglich und übernehmen auf Wunsch die komplette Abwicklung mit dem Versicherer.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Leckageortung?

Je nach Verfahren und Aufwand liegt eine professionelle Leckageortung meist zwischen 350 und 900 EUR. Eine reine Thermografie ist günstiger, die Kombination mit Tracergas, Endoskopie und Ultraschall ist teurer. Bei einem versicherten Leitungswasserschaden werden die Kosten in der Regel von der Gebäude- oder Hausratversicherung übernommen.

Zahlt die Versicherung die Leckageortung?

Ja – bei einem versicherten Leitungswasserschaden übernimmt in der Regel die Wohngebäudeversicherung (bzw. bei Miete die Gebäudeversicherung des Vermieters) die Ortungskosten. Voraussetzung ist ein Schaden an einer bestimmungsgemäß wasserführenden Anlage sowie eine saubere Dokumentation mit Messprotokoll, Fotos und Rechnung.

Wie lange dauert eine Leckageortung?

Eine typische Ortung im Ein- oder Mehrfamilienhaus dauert 1 bis 3 Stunden. Bei komplexen Aufbauten, mehreren Etagen oder wenn mehrere Verfahren kombiniert werden müssen, kann sie auch einen halben Tag in Anspruch nehmen. Im Notdienst sind wir in der Regel innerhalb weniger Stunden vor Ort.

Ist eine Leckageortung wirklich zerstörungsfrei?

Die Ortung selbst ist zerstörungsfrei – Wärmebild, Feuchtemessung, Ultraschall, Tracergas und Endoskopie kommen ohne Aufstemmen aus. Für die anschließende Reparatur muss die undichte Stelle punktgenau freigelegt werden. Dank exakter Ortung beschränkt sich die Öffnung meist auf wenige Zentimeter statt großflächiger Aufbrüche.

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