Zu Beginn wird der Schaden aufgenommen: Welche Räume sind betroffen, welcher Bodenaufbau, welche Wände? An mehreren Messpunkten wird die Ausgangsfeuchte in Wand, Estrich und Dämmung bestimmt und fotografisch dokumentiert. Diese Werte sind später die Grundlage für die Endabnahme.
Ohne Ursachenbeseitigung ist jede Trocknung sinnlos – der Trockner würde gegen eine aktive Leckage laufen. Ist die Ursache nicht offensichtlich, wird sie zerstörungsarm geortet: mit Thermografie, Endoskopkamera, elektroakustischer Ortung oder Tracergas.
Je nach Schaden kommen Kondens- oder Adsorptionstrockner für die Raumluft zum Einsatz. Bei durchfeuchteten Estrichen wird die Dämmschicht gezielt getrocknet: beim Überdruckverfahren wird trockene Luft über Bohrungen in die Dämmung gepresst, beim Unterdruckverfahren wird feuchte Luft abgesaugt. Das Verfahren richtet sich nach Aufbau, Statik und Belegung des Raums.
Während der Trocknung wird regelmäßig – in der Regel alle 3 bis 7 Tage – nachgemessen. So lässt sich der Trocknungsfortschritt belegen und die Geräteanzahl anpassen. Für Bewohner heißt das: konstantes Grundrauschen der Geräte, Türen nach Absprache geschlossen, keine großen Möbelumstellungen im Trocknungsbereich.
Die Trocknung gilt als abgeschlossen, wenn die Messwerte im gesamten betroffenen Aufbau unter dem materialspezifischen Grenzwert liegen (bei Zementestrich z. B. CM-Wert kleiner oder gleich 2,0 %). Erst dann folgt die Endabnahme mit Abschlussprotokoll und die Übergabe an die Handwerker für Boden-, Maler- und ggf. Fliesenarbeiten.